Memtest86+: Freeware-Test für den Arbeitsspeicher – Workshop

Speicherfehlern auf die Schliche kommen

Memtest86+ überprüft Ihren Arbeitsspeicher. (Bild: Softwareload) Memtest86+ überprüft Ihren Arbeitsspeicher. (Bild: Softwareload)

Vermutlich ist der Speicher defekt – so oder ähnlich lautet oft das Urteil von PC-Experten, wenn der Rechner sporadisch abstürzt, sich einfach neu startet oder in der Systemsteuerung falsche RAM-Werte anzeigt. Ob dem wirklich so ist, lässt sich mit Bordmitteln nicht genau sagen. Zwar gibt es bei Windows ein Speicherdiagnosetool. Das findet aber nur selten heraus, wo der Hase im Pfeffer liegt. Wer es genau wissen möchte, sollte der Sache mit dem Spezialtool Memtest86+ auf den Grund gehen.

Foto-Show Speicher testen mit Memtest

  • Windows Vista ist mit einem eigenen Speicherprüfprogramm ausgestattet. Sie starten es, indem Sie auf die Start-Schaltfläche klicken und in das Suchfeld Speicherdiagnose eingeben. Klicken Sie anschließend auf Jetzt neu starten und nach Problemen suchen.

  • Vista startet anschließend in einem speziellen Modus und testet den Hauptspeicher. Eigentlich eine nützliche Sache; allerdings findet das Microsoft-Tool nicht alle Speicherfehler. Für einen gründlichen Speichercheck empfiehlt sich das Gratisprogramm Memtest86+. Das findet weit mehr Fehler als Vistas Testprogramm.

  • Zuerst müssen Sie von Memtest86+ eine bootfähige CD oder einen bootfähigen USB-Stick anlegen. Am einfachsten ist die CD-Variante. Hier müssen Sie nur aus der ISO-Datei eine Boot-CD erzeugen.

  • Beim nächsten Start mit der Memtest-CD oder dem USB-Stick legt das Programm sofort los und nimmt den Speicher mit insgesamt neun Tests unter die Lupe. Das dauert zwar eine Weile, stellt aber sicher, dass auch wirklich alle Funktionen des Speichers durchleuchtet werden.

  • Rot bedeutet: Mindestens ein Speicherbaustein ist fehlerhaft.

  • Wenn Memtest86+ einen Fehler entdeckt, sollten Sie den betreffenden Speicherriegel umgehend gegen einen neuen austauschen.

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Intensiver geht's nicht
Ursachen für Speicherfehler gibt es viele: Produktionsfehler, ein fehlerhafter Einbau oder schlicht Überhitzung durch Übertaktung. Um Speicherfehler aufzudecken und einen defekten Speicherriegel zu ermitteln, hilft nur eines: testen, testen und nochmals testen. Genau für diese Aufgaben ist Memtest86 ausgelegt. Es analysiert den Speicher mit einem sogenannten Stresstest und nimmt ihn minuten- und stundenlang, wenn es sein muss auch tagelang unter die Lupe. Wann und wie Sie das Gratistool am besten einsetzen, erfahren Sie in diesem Workshop.

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Memtest86 für CD und USB vorbereiten
Damit Memtest86 den Speicher in Ruhe untersuchen kann, lässt sich das Gratisprogramm nicht im laufenden Windows-Betrieb starten. Es läuft im sogenannten DOS-Modus, ganz ohne Windows, Maus und überflüssigem Schnickschnack. Damit das Ganze funktioniert, müssen Sie das Programm zuerst auf einen bootfähigen Datenträger bringen, wahlweise einen USB-Stick oder eine CD-ROM.

Foto-Show So bringen Sie Memtest86 auf CD

  • Das Booten von CD benötigt nur wenig Vorbereitung. Laden Sie zuerst das CD-Abbild von Memtest86+ herunter, und entpacken Sie die ZIP-Datei.

  • Aus der entpackten ISO-Datei erzeugen Sie anschließend mit einem Brennprogramm eine bootfähige CD-ROM. Am einfachsten geht das mit kostenlosen Brenntool CDBurnerXP.

  • Im Brennprogramm müssen Sie nur den Pfad zur ISO-Datei angeben, einen Rohling einlegen und auf Medium brennen klicken.

  • Damit das Booten von CD klappt, müssen Sie gegebenenfalls im BIOS Ihres Rechners die Bootreihenfolge ändern. Ins BIOS gelangen Sie bei den meisten Rechnern durch Drücken der Taste [Entf] oder [F2] oder [F12] kurz nach dem Einschalten. Dort finden Sie die Bootreihenfolge unter Boot Sequence oder Boot. Achten Sie darauf, dass das CD-ROM-Laufwerk als erstes Bootlaufwerk (First Boot Device) eingetragen ist.

Foto-Show Memtest vom USB-Stick starten

  • Wenn Sie Memtest86+ vom USB-Stick starten möchten, müssen Sie Ihren Stick zuvor bootfähig machen. Das geht am einfachsten mit dem Tool BootDisk2BootStick.

  • Zuerst brauchen Sie eine MS-DOS-Startdiskette, die Sie im Explorer per Rechtsklick und den Befehl Formatieren erstellen. Falls in Ihrem Rechner kein Diskettenlaufwerk eingebaut ist, können Sie mit Virtual Floppy Drive ein Floppylaufwerk simulieren.

  • Anschließend machen Sie mit BootDisk2BootStick den USB-Stick bootfähig. Im Reiter Language stellen Sie die Sprache auf Deutsch und starten das Programm neu. Dann erzeugen Sie im Reiter FloppyDisk Image erstellen das Abbild der Bootdiskette. Dazu legen Sie die zuvor angelegte Bootdiskette ins Diskettenlaufwerk.

  • Nun machen Sie den USB-Stick im Register Auf USBStick/Flash schreiben bootfähig. Klicken Sie auf Start, und wählen Sie das im letzten Schritt angelegte Floppy-Image aus.

  • Jetzt müssen Sie nur noch die EXE-Datei von Memtest86+ auf den USB-Stick kopieren.

  • Um vom USB-Stick zu starten, müssen Sie gegebenenfalls im BIOS Ihres Rechners die Bootreihenfolge ändern. Dazu drücken Sie je nach Rechner kurz nach dem Einschalten die Tasten [Entf], [F2] oder [F12]. Dort finden Sie die Bootreihenfolge unter Boot Sequence oder Boot. Achten Sie darauf, dass das USB-Laufwerk als erstes Bootlaufwerk (First Boot Device) eingetragen ist.

Von USB oder CD booten
Ob Sie die USB- oder CD-Variante wählen, hängt vom Alter und der Ausstattung des Rechners ab. Moderne Computer unterstützen beide Startvarianten. Falls Sie nicht sicher sind, wählen Sie lieber die CD-Methode. Damit klappt es garantiert. Sie brauchen lediglich einen Rohling und ein Brennprogramm. Wie Sie für die USB- und CD-Variante Schritt für Schritt vorgehen müssen, erfahren Sie in der Foto-Show.

Speicher auf Herz und Nieren prüfen
Jetzt geht's dem Speicher an den Kragen. Für den Intensivtest booten (starten) Sie den Rechner vom USB-Stick oder der CD. Statt der gewohnten Windows-Umgebung erscheint die spartanische Programmoberfläche von Memtest86 . Die sieht zwar nicht schön aus, hat es aber in sich. Das Tool beginnt sofort mit dem Speichertest. In neun Testreihen werden alle Speicherbereiche wiederholt beschrieben und wieder ausgelesen.

Foto-Show So finden Sie den Fehlerteufel im RAM

  • Wenn Sie die USB-Variante gewählt haben, starten Sie den PC mit eingestöpseltem USB-Stick. Sobald er im DOS-Modus gestartet ist, geben Sie den Befehl mt201 ein (die Zahl gibt die aktuelle Version an, hier 2.01) und bestätigen mit [Eingabe/Return]. Bei der Boot-CD von Memtest86+ startet das Testprogramm automatisch.

  • Memtest86+ nimmt den Speicher in insgesamt neun Testläufen unter die Lupe. Dabei werden zum Beispiel alle Speicherbereiche mit Nullen und Einsen beschrieben oder Speicherblöcke mehrfach hin- und hergeschoben. Alle neun Tests werden so lange wiederholt, bis Sie das Programm mit [Esc] beenden.

  • In den ersten beiden Zeilen erkennen Sie, wie weit der gesamte Test (Pass %) bzw. die neun Einzeltests (Test %) bereits fortgeschritten sind. Je nach Speichergröße kann ein kompletter Durchgang mehrere Stunden dauern.

  • Ob und wie viele Fehler aufgetreten sind, erfahren Sie in den Spalten Errors und ECC Errs. Steht dort auch nach mehreren Durchgängen (Pass) eine Null, ist alles in Ordnung.

  • Durch Drücken der Taste [C] können Sie weitere Konfigurationseinstellungen vornehmen und beispielsweise bestimmte Einzeltests auswählen (Test Selection) oder den Test neu starten (Restart).

  • Sollte Memtest86+ einen Fehler entdecken, werden die betreffenden Speicherbereiche rot dargestellt. Spätestens jetzt ist klar: ein Speichermodul oder Steckplatz ist defekt.

  • Um herauszufinden, welches der Module betroffen ist, müssen Sie den PC ausschalten und aufschrauben. Entfernen Sie alle Speicherbausteine bis auf einen Riegel und wiederholen Sie den Test. Läuft er fehlerfrei, ersetzen Sie den ersten Riegel durch den nächsten – bis Sie den fehlerhaften Speicher erwischt haben.

  • Möglicherweise ist nicht der Speicherbaustein selbst, sondern der Steckplatz auf der Hauptplatine defekt. Auch das können Sie leicht herausfinden, indem Sie einen funktionierenden Riegel wiederholt in verschiedenen Steckplätzen testen.


Alles im grünen Bereich?
Kann das Testprogramm auch nach mehreren Durchläufen – mindestens drei – keinen Fehler entdecken, liegt die Absturzursache garantiert nicht am Speicher. Tauchen jedoch Fehler auf, müssen Sie der Sache weiter auf den Grund gehen und herausfinden, welcher der Speicherriegel defekt ist. Das geht ganz einfach: Schalten Sie den Rechner aus, bauen Sie alle Riegel (bis auf einen) aus und wiederholen Sie den Test mit nur einem eingebauten Riegel. Läuft der Test diesmal fehlerfrei wiederholen Sie das Ganze mit dem nächsten Riegel und so weiter – bis der Übeltäter gefasst ist.

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Wer bei der RAM-Diagnose Wert auf die vertraute Windows legt, sollte sich die Kauf-Alternative Everest 5.5 Ultimate anschauen. Das beliebte Diagnose-Tool nimmt alle Hardware-Komponenten genau unter die Lupe und liefert wertvolle Informationen über die Leistungsfähigkeit von Arbeitsspeicher, CPU und Co.

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Artikel Bewertungen:

  • memtest86+

    01.05.11
    Qualität

    Ja ja, keine Ahnung von der Materie haben, aber Hauptsache erst mal meckern gelle „Werner & Egomi“.

    Wer lesen kann (Damit Memtest86 den Speicher in Ruhe untersuchen kann, lässt sich das Gratisprogramm nicht im laufenden Windows-Betrieb starten. Es läuft im sogenannten DOS-Modus, ganz ohne Windows, Maus und überflüssigem Schnickschnack) ist klar im Vorteil.

    Author: EdgarG
  • memtest86+

    20.11.10
    Qualität

    Gebe Werner voll recht.
    Hier fehlen noch andere Betriebssysteme

    Author: Egomi
  • memtest86

    20.11.10
    Qualität

    man das läuft in dos modus..... daher ist es egal ob vista win7 xp oder so.....
    booten mit dem datenträger und denne startet das prog im dos modus....ohne auf winkernel oder so zu zugreifen

    Author: Heiko
  • memtest86+

    01.11.10
    Qualität

    wiso ist der test nur für vista? es gibt auch noch andere programme.

    Author: werner

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